Liebig & Aumeier

Gerhard Biehl zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Am Freitag, den 29. Juli wurde unser verdientes Mitglied Gerhard Biehl zum Ehrenvorsitzenden unseres Vereines ernannt. 2022 ist er 50 Jahre im Bienenzuchtverein. In den Anfangsjahren war er als 2. Vorsitzender tätig, bevor er 1983 den Posten des 1. Vorsitzenden übernahm. Dieses  Amt übte er 35 Jahre lang, also bis 2018 aus. Derzeit ist er als Kassierer unseres Vereins tätig. Des Weiteren sollte erwähnt werden, dass er 2013 die Neuimkerschulung in unserem Verein  eingeführt hat, der bis heute über 60% der Vereinsmitglieder entstammen. Dies und weitere Verdienste hat die Vorstandschaft dazu bewogen, ihn zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Zu diesem Anlass sollte eine besondere Veranstaltung auf die Beine gestellt werden. So freuten wir uns, als wir zwei bekannte Bienenwissenschaftler zu einem umfangreichen Vortrag verpflichten konnten: Dr. Pia Aumeier und Dr. Gerhard Liebig, bekannt aus vielen Publikationen in verschiedenen Bienenfachzeitschriften und letzterer durch sein Buch „Einfach imkern“.  Die beiden referierten dann an diesem Freitag auf unserem Bienengelände über das Thema „Völkerverluste vermeiden“.

Nachdem die Ehrung vollzogen war, begann Frau Aumeier sogleich mit ihrem Vortrag, dem ersten Theorieteil zu den Varroa-Behandlungsmethoden. Gerhard Liebig wiederum hatte sich unter die Zuhörer gemischt und mit seinen Zwischenrufen für die eine oder andere Auflockerung gesorgt. Zu jedem Thema konnten die beiden eine Untersuchung anführen, um die Wirksamkeit verschiedener Methoden (positiv oder negativ) zu belegen. Im zweiten Theorieteil ging es dann ans Eingemachte, nämlich welche Methode am besten gegen die Varroamilbe wirkt. Pia Aumeier führte an, dass sie keine Völkerverluste zu beklagen habe, da sie nach mehreren Jahren der Forschung die richtigen Konzepte anwende. So mancher hatte da schon mal den Kopf eingezogen, als sie mit ihrer allseits bekannten Art zum Besten gab, dass die Imker selbst schuld an ihren Völkerverlusten seien. Ausreden zum schlechten Wetter, zu den Trachtverhältnissen oder sogar zu Verdächtigungen, die Bienen des Nachbarimkers hätten die Varroa wieder eingeschleppt, ließ sie nicht zu! „Ohne Diagnose keine Behandlung“ war das Motto, was manche Imker noch nicht verinnerlicht hätten, die dann ohne Befallskontrolle behandelten. Leider sind derzeit nicht alle Mittel und Anwendungsformen der verschiedenen bienenschonenden organischen Säuren zugelassen. Da diese Zulassungen sehr teuer sind, können die Imker diese nicht selbst finanzieren. So sind die Bienenhalter mal wieder auf die Industrie angewiesen, in der Hoffnung, dass bestimmte Mittel doch noch zur Zulassung kommen. Dr. Aumeier bevorzugt die Methode „Teilen und behandeln“. Für diese hatten die Referenten für den praktischen Teil ihre eigenen Bienenvölker mitgebracht, wobei jedes Stadium des Konzeptes „Teilen und behandeln“ vorgeführt werden konnte. Gegen Ende der Veranstaltung musste sogar noch mit der Taschenlampe geleuchtet werden, da es schon zu dämmern begann. Nach sechs Stunden Vortrag traten dann die beiden Wissenschaftler noch in die Nacht hinein den Heimweg an, sollte doch schon am nächsten Morgen der nächste Kurs abgehalten werden. Alles in allem war es eine gelungene informative Veranstaltung, von der wir noch lange erzählen werden.